Dienstag, 3. September 2019

Windweek - Nachtregatta

Mathias Eigenmann - Nessi Crew


 Gross war die Vorfreude, leider etwas getrübt von den nicht ganz optimalen Windvorhersagen. Nichtsdestotrotz haben wir uns am späten Nachmittag bereits auf der Black Nessi getroffen, um noch die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Dies waren die obligaten Segelwechsel, von Trainingstuch auf Rennsegel und die Installation von Licht. Anschliessend war noch Zeit für etwas Nahrungssuche in den Ständen der Windweek, ein vielfältiges Angebot liess keine einfache Wahl.

Satt ging es dann mit genügend Vorlaufzeit Richtung Startlinie. Getrübt war die ganze Vorbereitung von einem kleinen Malheur und so hatte ich das Vergnügen, mir den Gyros aus dem Bart zu waschen, denn unsere Gennakerschot hat ein Date mit dem Propeller. Gut 10 Minuten vor dem Start waren wir dann wieder frei und so konnten wir einigermassen gut starten. Wir hatten uns nach verhaltenem Start bald im Leaderfeld etabliert, doch der ursprünglich ziemlich gute Wind flaute in der ersten Stunde aber stellenweise ab und so verkam die Abenddämmerung zur Lotterie. Diese Lotterie hat uns dann die Nacht durch begleitet, oft wähnte man sich im Glück und konnte an Booten vorbeiziehen, die nur einige 100m entfernt still standen. Diese kurzzeitigen Gewinne musste man aber postwenden wieder abgeben, denn das Blatt wendete sich fast im Minutentakt.

Highlight für die Mitt- und Vorschiffscrew waren 6 Segelwechsel in 30 Minuten. Vorsegel, Code 0, Gennaker, Code 0, Vorsegel und so weiter. An Wind hatten wir so ziemlich alles, bei Stansstad nach Runden der Boje genug, um mit ordentlich Druck gut über 10 Knoten zu brettern, 10 Minuten später wieder absolute Flaute. Immer wenn wieder etwas Wind einsetzte und wir einen guten Speed liefen, ging es nicht lang und wir dümpelten wieder rum.

So kämpften wir oft mehr mit unseren Nerven, als mit Mitstreitern, denn durch die zufällig verteilten Windfelder war es in der Dunkelheit schwer, den Überblick zu behalten. Der Mond, der uns kurz vor Rennhälfte ein wunderschönes Segelerlebnis bescherte, half da auch nur wenig.

So war unser Resultat weit weg von einer Rekordfahrt, wir sind nach knapp 9 Stunden wieder in Brunnen angekommen. Am Ende platzierten wir uns auf dem 2. Rang in den Racern, gschlagen lediglich von einer Longtze Premier - für mich ein Deja vu vom Uri Stier. Ich sage nur "next time...". ;-)

Auf jeden Fall war es ein Spass mit dieser Crew und dem Boot und wie immer auch speziell, nachts zu segeln und so freue ich mich aufs nächste Abenteuer.




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