2. schnellste Yacht am Uristier Cup nach gesegelter Zeit

2014 - die Saison der Neuerungen beim VC-Cup!
Und so motorten wir am Samstagmorgen in freudiger Erwartung an den obersten Anfang des Urnersees, wo neu vor Flüelen und nicht auf der Höhe der Tellsplatte die Läufe des Uri Stiers gestartet werden. Dass wir Andreas Hanakamp (2 Olympiaden im Star, Skipper beim Volvo Ocean Race) als Steuermann gewinnen konnten, stimmte uns zuversichtlich auf ein gutes Resultat… Der bedeckte Himmel nach dem Föhntag vom Freitag stimmte uns allerdings weniger zuversichtlich in Sachen Wind… Und tatsächlich konnte sich keine Thermik entwickeln und ein eher schlechter als rechter Versuch für einen Lauf musste von der Regattaleitung kurz nach dem Startschuss wieder abgebrochen werden. Der Tag musste als Rollwendentraining abgehakt werden und wir trösteten uns damit, rechtzeitig zum WM-Viertelfinal-Anpfiff retour in Brunnen zu sein.
 
Am Sonntag dann ein blauer Himmel inklusive Föhnprognose für den späten Nachmittag. Trotz erster Föhnwölckchen über den Bergen konnte sich die Thermik durchsetzen und ein erster Lauf wurde gestartet. Mit Windspitzen bis ca. 16 Knoten ging’s flott zur Luvboje, zurück und auf einem Halbwindkurs ins Ziel. Dabei funktionierten Taktik und Manöver gut und auf dem letzten Schlag ins Ziel kamen nicht nur die Quant, sondern auch Black Nessi ins surfen!!! Unser Steuermann Andreas Hanakamp, der im „normalen Leben“ Open 40’s und Volvo Ocean 70’s über die Meere jagt und den Vierwaldstättersee bis anhin nur unter Leichtest- bis Leichtwindbedingungen besegelt hatte, brüllte uns mit einem „who the fuck needs the Southern Ocean!“ aus den Herzen! Und so segelten wir als zweite über die Ziellinie!
 
Schlag auf Schlag startete die Regattaleitung drei weitere Läufe. Mit dem Wind wurde es immer flotter. Zwischenzeitlich wurden Böenspitzen über 25 Knoten gemessen. Die rund 55 Schiffe lieferten mit Sonnenschüssen, vielen beinahe Kollisionen, badenden Gennakern bis hin zu badenden Crewmitgliedern dramatische Szenen. Wir hatten unsere heisseste Szene kurz vor dem Ziel des vierten Laufs, als sich plötzlich der Föhn durchsetzte und die Windrichtung auf einen Schlag um 180 Grad drehte. Auch wenn der Winddreher sich durch andere Schiffsmanöver angekündigt hatte und wir sofort das Gennakerbergen einleteten, waren wir einen Tick zu langsam: die erste Föhnböe erfasste Black Nessi, blies den Gennaker wieder auf und Marcel auf dem Vorschiff die gefierte Gennakerschot aus der Hand, bis dieser weit über dem Masttop wehte. Leider kostete uns das Bergen ein paar kostbare Minuten, sodass beim vierten Lauf kein Spitzenzieleinlauf erreicht werden konnte.
 
Nach den vier sportlichen Läufen erreichten wir nach berechneter Zeit den guten 7. Schlussrang der 20 Racer 1. Im Rennen um die schnellste Yacht konnten wir sogar auf den 2. Rang segeln. Besonders in Anbetracht der grossen Konkurrenz an national und auch international erfolgreichen Seglern konnten wir mit unserem Resultat zufrieden sein. Ein kleiner Wehrmutstropfen und hier sozusagen als Fussnote erwähnt: Mit unserem Rating ohne Code 0, also kleinerem Handicap, hätten wir in der Gruppe der Racer 1 einen Podestplatz erreicht. Dass nur ein Rating für alle Regatten der Saison gerechnet wird ist auch eine Neuerung der Saison 2014…
 

 





 

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