11.4.2013 Die Sonnenseite des Mittelmeers

Die Sonnenseite des Mittelmeers

tinu hess
Kaum in Gibraltar gelandet - am Samstag Nachmittag - da traf die Vaquita mit der bescheidenen dreier Crew auch schon im Hafen "La Linea" ein. Die Crew sah total zerzaust aus und erzählte mir und Andreas (wir sind die Neuen) Schauergeschichten von Wind, Wellen und Motorenproblemen. Als ich dann den ersten Blick in die Vaquita wagte wurde mir bewusst, was auf der Strecke von Madeira bis nach Gibraltar alles passiert sein muss... Überall war Diesel, es war alles durchnässt, salzig, schmierig und es roch fürchterlich im Boot; kurz ein absolutes Chaos. Wir packten mit an und nach bereits wenigen Stunden glänzte die Vaquita wieder und auch bezüglich Geruch wurde es allmählich besser.

Die Crew allerdings brauchte länger zum Retablieren und so genossen wir am Sonntag den Affenberg von Gibraltar und die englischen Pubs. Es muss unglaublich streng gewesen sein für die drei, jedoch war die Stimmung am Sonntag bereits wieder top und wir freuten uns alle auf das Auslaufen vom Montag in der Früh.

Um 1000LT ging es los, vorbei an all den Frachtern und Cruisern welche in Gibraltar warteten. Nach dem berühmten Felsen folgten wir in östlicher Richtung der Küsten von Afrika. Meine erste Nachtschicht von 0200-0600 war mit interessanten Gesprächen und einer traumhaften Sicht auf die weit entfernte, wunderschön beleuchtete, afrikanische Küste wie im nu vorbei. Zu fünft konnten wir jeweils zu zweit an Deck arbeiten wärend sich die anderen erholten und schliefen. Mir wurde einmal mehr bewusst, was die um die Hälfte kleinere Crew auf der Fahrt von Madeira nach Gibraltar alles durchmachen musste...

Im Verlauf des Dienstages musste unser Skipper eine Entscheidng bezüglich Route treffen. Das Wetter, welches traumhaft aber mit nur wenig Wind war, zwang uns so, die afrikanische Küste zu verlassen und dach Norden auszuweichen. Wir steuerten Richtung Balearen. Über diesen Entscheid waren alle äusserst glücklich und so genossen wir die Sonne, die bis zu 25 Knoten Wind und die traumhaften Temperaturen. Zwischendurch verwöhnte uns Corinne immer wieder mit Köstlichkeiten wie Pasta, Cuacamole oder einem Wurst-Käse Pättli; einfach nur phantastisch und zum Teil glaubte ich zu träumen! Speziell die sternenklaren Nächte mit ruhiger See aber konstanten 15-20 Knoten Wind waren sehr eindrücklich und unvergesslich. Die Vaquita einfach und sehr präzise zu segeln, eine wunderschöne Yacht.

Am Mittwoch in der Abenddämmerung dann der erste Blick auf Formentera. Nach einer perfekt kalkulierten Halse, von unserem Skipper Pascal um 2200 Uhr östlich von Formentera, steuerten wir direkt in den Hafen von Ibiza. Dass es bezüglich Essen - so richtig im Restaurant mit Fleisch, Beilagen und gutem Wein - knapp werden würde, war uns bewusst. Bis wir im Hafen einliefen war es dann auch bereits 0100 und so blieb bloss Zeit für ein Burger, Diesel Tanks füllen und dann legte die Vaquita auch bereits ohne mich wieder ab. Für mich war hier leider Endstation weil meine Arbeit rief. Die Crew nun zu viert nahm Kurs auf Sardinien. Ich hätte viel dafür gegeben noch einige Wochen weiter an Board bleiben zu können, aber so ist nun mal das Leben.

Danke Vaquita, danke der super Crew, viel Glück und weiterhin so viele schöne Momente und Eindrücke wünscht Euch Martin. DieVaquita kann stolz sein auf ihre phantastische Crew...


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